Digitale Transformation

Die Umsetzung des E-Health Gesetzes

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens verbessert die Versorgung der Patienten und trägt dazu bei, die Kosten im Gesundheitssystem zu senken. Trotzdem kommt der Einsatz digitaler Technologien in der Praxis nur schleppend voran. Abhilfe soll das „E-Health Gesetz“ schaffen. Julia Hagen, Referentin Digital Health beim Bitkom e.V., beschreibt, was das Gesetz bewirken soll, was die digitale Medizin schon heute leistet und was die Menschen über die Neuerungen denken.

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"Wer blockiert, zahlt."

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurde bereits im Jahr 2003 beschlossen. Die Karte sollte das Herzstück der Vernetzung im Gesundheitswesen werden und eine Reihe digitaler Anwendungen ermöglichen. Doch passiert ist seitdem relativ wenig. Der Grund: Streitereien und Blockaden in der so genannten Selbstverwaltung. Die beteiligten Vertreter der Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser und Krankenkassen waren sich immer wieder uneinig darüber, ob und wie das Projekt umgesetzt werden soll. Das hat Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe im Jahr 2015 dazu veranlasst, das E-Health Gesetz auf den Weg zu bringen. Seitdem heißt die Devise: „Wer blockiert, zahlt.“

 

Das Gesetz soll die Vernetzung im Gesundheitswesen vorantreiben und schafft die Grundlage für eine Reihe neuer Anwendungen. Einige Beispiele:

Video-Sprechstunde

Patienten können Ärzte künftig per Internet konsultieren und in der Video-Sprechstunde ihre Symptome schildern oder Befunde besprechen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage sehen 60 Prozent der Befragten den Vorteil der Video-Sprechstunde darin, besseren Zugang zu räumlich entfernten Medizinern zu bekommen. 58 Prozent begrüßen, dass die Wartezeit in der Praxis entfällt und 41 Prozent, dass sie sich im Wartezimmer nicht anstecken können. Auf der anderen Seite befürchten 72 Prozent, dass das Risiko von Fehlbehandlungen steigen könnte.  

Elektronischer Medikationsplan

Schätzungen zufolge sterben jährlich in Deutschland rund 20.000 Menschen an den Wechsel- oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Der elektronische Medikationsplan enthält die verschriebenen Präparate eines Patienten und gleicht die verschiedenen Wirkstoffe miteinander ab. Sollten sich bestimmte Inhaltsstoffe nicht vertragen, warnt das System die behandelnden Ärzte.

Elektronische Patientenakte

Die elektronische Patientenakte führt die medizinischen Informationen der Versicherten zusammen. Hier können Befunde, Röntgenbilder, Laborberichte, Verschreibungen und andere Informationen gespeichert werden. Zugang haben die Versicherten und die behandelnden Ärzte, wenn die Patienten zustimmen.

Das Potenzial digitaler Technologien in der Medizin zeigen Big-Data-Anwendungen oder der 3D-Druck. Die Analyse großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen kommt bereits in der Krebsforschung und in der Krebsbehandlung zum Einsatz. Mediziner können bei der Wahl der richtigen Behandlungsmethode für jeden einzelnen Patienten aus einem riesigen Datenpool schöpfen.

Eine immer stärkere Rolle spielt der 3D-Druck. Schon heute werden Implantate wie Hüftgelenke, Zahnersatz oder Kieferknochen im 3D-Druck-Verfahren hergestellt. Große Hoffnung setzen Forscher in den 3D-Druck von Gewebe, mit dem in Zukunft ganze Organe reproduziert werden könnten.

Gesundheitssystem digital

Bitkom, 2017

Ansprechpartner

 

Vincent Bergner

Customer Relationship Manager

v.bergner@bitkom-service.de

T: 030.27576-539

Wer blockiert, zahlt.

Gesundheitsminister Herrmann Gröhe zu den Zielen des E-Health Gesetzes

Online-Sprechstunde:

58%

der Befragten erkennen Vorteil beim Wegfall von unnötigen Wartezeiten

Dies ist das Ergebnis einer Bitkom-Studie.

Ca.

20000

Menschen sterben jährlich aufgrund von Wechsel- und Nebenwirkungen ihrer Medikamente

Die Einführung eines elektronischen Medikationsplans bildet die Einnahme verschreibungspflichtiger und nicht verschreibungspflichtiger Patienten "digital" ab und kann möglichen negativen Wechselwirkungen von Medikamenten vorbeugen.