Recht & Finanzen

Verstöße gegen das Urheberrecht vermeiden

Ist der Handy-Schnappschuss einer Bürowand urheberrechtlich geschützt? Was ist, wenn ein Tier auf den Auslöser gedrückt hat? Und unterliegen auch Omas Rezepte dem Urheberrecht? Bitkom-Experte Markus Scheufele erklärt im Video, für wen das Urheberrecht gilt, was passieren kann, wenn es verletzt wird und was Unternehmen beachten sollten, wenn sie fremde Fotos, Videos oder Texte nutzen.

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Das Urheberrecht gilt, wenn eine persönlich geistige Schöpfung vorliegt

Ein Video auf Facebook posten, auf der Website einen Text verlinken und in die Präsentation eine Grafik einbauen – im heutigen Arbeitsalltag werden ständig fremde Inhalte genutzt, geteilt und verbreitet. Zulässig ist das nicht immer, denn der Urheber besitzt Rechte an seinem Werk: das Urheberrecht.

Das Urheberrecht schützt alle wissenschaftlichen oder künstlerischen Leistungen, die eine gewisse Originalität und Kreativität besitzen. Dazu zählen Texte, Musik, Videos und Bilder, aber auch Computerprogramme. Genannt wird das eine persönlich geistige Schöpfung. Aber auch, wenn keine persönlich geistige Schöpfung vorliegt, kann ein Inhalt geschützt sein – nämlich dann, wenn es unter ein Leistungsschutzrecht fällt. Dies gilt zum Beispiel für einfache Fotos oder Videoclips. Wer das Urheberrecht verletzt, muss damit rechnen, dem Urheber Schadensersatz zahlen zu müssen und kann sich unter Umständen sogar strafbar machen.

Was mit seinem Werk passiert, entscheidet allein der Urheber

Nur der Urheber darf bestimmen, was mit seinem Werk geschieht – insbesondere bei einer Veröffentlichung, Verbreitung oder Vervielfältigung. Urheber sind immer natürliche Personen. Unternehmen hingegen können nur die Nutzungs- und Verwertungsrechte des Urhebers erwerben. Anders sieht es bei den Leistungsschutzrechten aus: Hier kann neben natürlichen Personen auch ein Unternehmen Leistungsschutzberechtigter sein. 

Auch Verlinkungen können das Urheberrecht verletzen

In Unternehmen ist das Risiko, Urheberrechte zu verletzen, besonders groß. Meist sind viele Mitarbeiter an der Außendarstellung des Unternehmens beteiligt, zum Beispiel in der Kommunikationsabteilung oder indem sie Vorträge und Präsentationen halten. Da kann es schnell passieren, dass sie aus Unwissen oder Nachlässigkeit ein Foto, eine Grafik oder einen Videoclip verwenden, für den keine Nutzungsrechte bestehen. Ein besonderer Fallstrick sind Hyperlinks. Denn seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im September 2016 muss sichergestellt sein, dass auch verlinkte Inhalte nicht rechtswidrig hochgeladenen sind.

Unternehmen sollten prüfen, ob für alle genutzten Inhalte eine Lizenz vorliegt

Um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden, sollte als Grundregel gelten, dass urheberrechtlich geschützte Werke nie ohne Erlaubnis des Rechteinhabers verwendet werden. Um sicherzugehen, dass dies der Fall ist, sollten Unternehmen eine Bestandsprüfung machen, bei der kontrolliert wird, ob für jedes verwendete Werk eine aktuelle Lizenz vorliegt.

Zudem sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Workshops, Leitfäden oder Checklisten darin schulen, worauf bei Nutzung fremder Inhalte zu achten ist und wann eine Urheberrechtsverletzung vorliegt.

 

 

Ansprechpartner

 

Vincent Bergner

Customer Relationship Manager

v.bergner@bitkom-service.de

T: 030.27576-539

Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.

§ 11 Urheberrechtsgesetz

70 Jahre

nach dem Tod des Urhebers endet der Schutz des Werkes. Bei Leistungsschutzrechten sind es in der Regel nur 50 Jahre.